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Zach Braff über Facebook und Trolle.

In Netzschau on September 28, 2012 at 6:43 am

Facebookstatus von Schauspieler Zach Braff

 

 

 

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Was bist du?

In Gewalt in Kommunikation on September 27, 2012 at 9:37 am

„Hallo, ich bin Can.“
„Jean.“
„Nein. Can.“
„Ach, Gianni.“
„Nein, Can.“
„Jan.“
„Can.“
„John.“
„Can.“
Woher kommt das?
„Das ist ein türkischer Name.“
„Klingt asiatisch. Du siehst aber nicht so aus.“
„Wie sehe ich denn aus?“
„Eher so italienisch oder ehemaliges Jugoslawien.“

Vielleicht wollen einige von Euch wissen, wo ich denn jetzt wirklich herkomme? Na gut. Mein Vater ist Türke. Um genau zu sein Kurde. Meine Mutter Lettin. Aufgewachsen bin ich am Niederrhein. Wenn ich den Menschen denen ich bisher so begegnet bin glauben soll, so sehe ich weder typisch deutsch noch typisch türkisch aus. Wie Letten so aussehen wissen die meisten nicht. Ich wusste das lange auch nicht. Aber ich muss Euch enttäuschen. Auch typisch lettisch sehe ich nicht aus.
Andere Klischees konnte ich auch nicht so wirklich bedienen. Meine Familie ist keine typische Migrantenfamilie. Ich komme aus einem Akademiker-Haushalt mit überdurchschnittlichem Einkommen. Irgendwie passte ich nie so recht in die Kategorien der Menschen, da ich herkunftstechnisch nie klar verortbar war.
Ich wurde häufig gefragt, ob ich mich nicht fühlen würde als lebe ich „zwischen den Stühlen“. Nicht so recht wisse, wo mein Platz ist. Ich musste diese Frage immer verneinen. Traurig machte mich als Kind nur, dass es keine Tasse mit dem Aufdruck meines Namens gab, wie sie viele, viele Kinder besaßen. Nationalität ist eine Kategorie die für mich schon als kleiner Junge ziemlich uninteressant war. Sie wurde für mich über die Jahre immer unwichtiger. Aber scheinbar ist das eine Kategorie die für den Großteil der Menschen von immensem Interesse ist. Immer wieder muss ich mich rechtfertigen, dass ich diese für völlig unerheblich erachte.
Das einzig Konstante in meinem Leben ist mein Name. Alles andere ist vielen, vielen Veränderungen unterworfen. Der permanente Versuch von Außen einen Teil meiner Identität zu fixieren ist mir unangenehm. Ich werde im Alltag immer wieder in Positionen gedrängt in denen ich eine Rolle gedrängt, die Unbehagen in mir verursacht. „Du bist ja gar kein richtiger Deutscher/Türke etc.“ Was soll das denn sein? Was ist ein richtiger Mann/ richtige Frau? Was ist ein/e richtige/r Homosexueller? Richtig ist demnach jemand der Stereotypen entspricht. So macht man dem Gegenüber keine Arbeit. Man ist leicht kategorisierbar. Stereotypen vereinfachen und sind häufig auf Vergangenes bezogen. Jemand kennen zu lernen ist vielleicht zu anstrengend? Aber nur so lernt man doch jemanden kennen, oder? Mich in Einzelteile zu zerlegen die in Schubladen passen fühlt sich an, als würde man mich auseinanderschneiden in leckere Stücke: Haxe, Rippen, Schnitzel, Speck. Keine Sorge. Das ist kein Aufruf zum Vegetarismus. Aber gegen Katalogisierungen.

Ein Text von Can Gezer

Liebe Deinen Troll wie Dich selbst.

In Gewalt in Kommunikation, Netzschau on September 25, 2012 at 12:47 pm

Wenn man vom Internet als dem virtuellen Raum spricht, erzeugt man damit ein großes Missverständnis. Das Wort „virtuell“ meint nämlich nicht – wie viele Menschen zu glauben scheinen – das Gegenteil von „echt“, es bedeutet das Gegenteil von „physisch“. Damit ist das Internet durchaus ein realer Ort, an dem sich reale Menschen mit realen Gedanken und Gefühlen begegnen. Da aber viele der Auffassung sind, es handle sich hier um einen nicht realen Raum, verhalten sie sich auch vollkommen unrealistisch und unangebracht.

Im Internet gelten die selben Gesetze wie auf der Straße. Ein herkömmlicher Erdenbürger würde wohl nicht losziehen und dem ersten, der ihm begegnet ins Gesicht rufen, dass er seine Brille hässlich findet. Man würde nicht an die Wand seines Nachbarn pinseln: „Du bist dumm!“ und man würde auch nicht blindlings wildfremde Menschen in irgendeiner Form verletzen. Sei es durch verbale oder physische Attacken. Die physische Attacke fällt im Internet im engsten Sinne selbstverständlich aus, aber die seelischen Angriffe sind allgegenwärtig und unerträglich unerbittlich.

Das Internet ist kein unechter Raum. Begegnungen, die dort stattfinden hinterlassen ihre Spuren – für immer im Netz und für lange Zeit im Kopf der Betroffenen. In meiner Arbeit bin ich schon so oft mit Trollen konfrontiert worden. Trolle. Jeder kennt sie. Sie tummeln sich in Internetforen und politischen Diskussionen, unter youtubevideos und Blogartikeln, wo sie ungefiltert ihren ganzen Hass in die Welt entladen. Und obwohl jeder der schreibt weiß, dass er sich das nicht zu Herzen nehmen darf, dass er sie nicht füttern, sich nicht mit ihnen unterhalten darf, dass man sie nicht ernst nehmen und ignorieren soll, geht das einfach nicht.

Ich bin keine Maschine. Im Gegenteil. Ich bin ein sehr sensibles Exemplar Mensch und ich habe eine riesengroße Klappe, die meine Angst vor Verletzungen kaschieren soll, ich bin so durchlässig wie ein Taschentuch und ich habe Gefühle. Echte Gefühle. Diese Gefühle sind in diversen shitstorms immer wieder verletzt worden. Man könnte eindringlicher warnen: Nimm es dir doch bitte nicht zu Herzen! Oder: Misch dich halt nicht in irgendwelche Diskussionen ein; oder im allerschlimmsten Fall: Veröffentliche nichts mehr im Internet, aber das kann doch so nicht funktionieren. Es kann doch nicht sein, dass die Opfer der Angriffe sich ein dickeres Fell zulegen oder schweigen müssen. Es kann doch nicht sein, dass Menschen der Mund verboten wird, weil andere Menschen sich im Internet so verhalten wie es ihnen in der Innenstadt nie jemand durchgehen lassen würde.

Sollten wir nicht vielleicht doch sprechen mit den Trollen? Vielleicht sollten wir sie fragen, was sie so wütend macht. Wut entsteht aus Verletzung und vielleicht hat jemand diesen Menschen grausam wehgetan. So sehr wehgetan, dass sie sich nicht anders zu helfen wissen, als diesen Schmerz einfach ganz schnell auf jemand anderen abzuwälzen. Ich weiß, wie die Reaktion eines Trolles auf diesen Absatz hier lauten muss. Er wird lachen müssen darüber, wie weichgespült ich bin, er wird mich als Gutmenschen verlachen und niemals an sich heran lassen, dass es vielleicht schlicht, ergreifend und kitschig nichts weiter als die Liebe ist, die ihm fehlt. Vielleicht ist das der Punkt. Wer Liebe kennt, der will sie haben. Wer sie also nicht haben will, der kennt sie vielleicht gar nicht?! Darum sollten wir vielleicht aufhören damit, sie zu ignorieren. Vielleicht sollten wir ihnen einfach freundlich begegnen bis zu letzt. Mit ihnen zu diskutieren wäre selbstverständlich verkehrt. Trolle wollen nicht diskutieren, in der Regel sind sie gar nicht im Thema. Sie fallen ja gerade dadurch auf, dass sie niemals argumentieren. Nein, wir werden uns weiterhin niemals auf die Diskussion mit einem Troll einlassen, aber vielleicht können wir einfach versuchen ruhig ein- und auszuatmen und ihnen freundlich zu antworten:

„Liebe(r) Name,

bitte beleidige niemanden. Wir können über alles reden, aber bitte freundlich.“

Sollte der Troll dann weiter krakeelen, gibt man ihm noch zwei Chancen mit weiteren freundlichen Kommentaren, im Dritten kündigt man an, dass man es sehr schade findest, Menschen zu blockieren, sich dieses Recht aber vorbehält für den Fall, dass die Gefühle eines anderen verletzt werden. Kommt dann noch ein Kommentar darf er wortlos blockiert werden. Wenn es ein tatsächliches Prinzip im Umgang mit Trollkommentatoren gäbe, auf dass sich alle geeinigt hätten, würde es zwangsläufig zu einem Gesetz werden, sodass Trolle vielleicht in Zukunft schon bei der ersten Warnung in der Lage wären, ihr eigenes Fehlverhalten zu registrieren.

Ja, das klingt alles sehr naiv. Ich weiß, wie all das klingt. Da haben wir ihn wieder, den naiven Gutmenschen. Aber vielleicht ist es auch einfach eine Utopie. Und in jedem Fall ist jeder Versuch besser als kein Versuch. Am Ende ist nichts nötiger als die Selbstreflexion, die einige im Schlaf und andere eben fatal rudimentär beherrschen. Vielleicht kann man einem Menschen auch nicht helfen, der sein Handeln nicht als Gewalt erkennen kann. Vielleicht, vielleicht, vielleicht. Wagen wir den Versuch. Einigen wir uns nicht auf Ignoranz, eignen wir uns lieber auf den Versuch der Toleranz. Diese aufzubringen, dürfte ja beiden Seiten etwa gleich schwer fallen. Geben wir also soviel wie wir selbst erwarten. Mal sehen, was passiert.

Multikulti ist nicht gescheitert – muss aber sterben

In Gewalt in Kommunikation on September 25, 2012 at 10:56 am

Multikulti sei gescheitert, heißt es zum inzwischen xten Male. „Das Ende der Geschichte“ oder „Der Kampf der Kulturen“ ist ausgerufen. Zum xten Male. Multikulti gilt als die Antwort. Hier stellen sich mir aber ein paar Fragen, ob Multikulti wirklich so tolerant ist, wie es vorzugeben mag.

Multikulturalismus heißt die Differenz des anderen zu unterstützen, weil wir so einer moralischen Pflicht nachkommen, die wir in diesem Sinne nicht verweigern dürfen.

Ist Multikulturalismus aber nciht nur die andere Seite der Medaille auf der Rassismus steht? Braucht Multi-Kulti nicht den Rassismus um das moralisch korrekte Gegegenstück zu bilden? Ist es nicht ein wenig eitel sich selbst seiner Toleranz zu vergewissern?

Wir lieben es den Rassisten zu hassen, weil er uns in unserer politischen Korrektheit bekräftigt. Doch die strukturelle Gewalt und alltägliche Rassismus den wir verüben geht dabei aus unserer Sicht verloren. Oder um es mit den Worten von Sarah Ahmed zu sagen:

„Wenn Antirassismus zum Ich-Ideal wird, dann weiß man, dass man ein Problem hat.“

Aber was passiert, wenn der/ die Andere tatsächlich so wird wie wir, allerdings all seine spezifischen Merkmale behält? Das ist der unerträgliche Moment für den Multi-Kulti-Befürworter und den Rassisten. Denn dann kann das Gegenüber nicht mehr als der/ die Andere betrachtet werden. So können wir nicht mehr reflexiv rassistisch sein. Wenn ein Anderer genau so ist wie wir, können wir durch seine Existenz uns selbst nicht mehr in Relation zum Rassisten stellen.

Durch die Anerkennung des Anderen stellen wir uns gleichzeitig über ihn/ sie. Wir sind es dann die entscheiden bis wohin diese Freiheit geht? Wir entscheiden ab wann das andere eine Befrohung darstellt. Wir entscheiden welcher Grad von Andersartigkeit noch erlaubt und welcher nicht mehr geduldet werden kann. Dies zeigt sich gegenüber allen Kulturen.  Sprich es gibt immer eine Leitkultur unter der sich alle anderen fügen müssen. Eine wirklich multikulturelle Gesellschaft braucht einen anderen Bezugsrahmen. Es bedarf einer universellen Politik frei von Partikularinteressen. D.h. nicht, dass das Partikulare verschwinden soll. Ganz im Gegenteil: es muss existieren. Allerdings ohne, dass es zu einem Differenzierenden wird. Die lokale Praxis eines Subjekts bildet den Kern, welcher aber nicht die bisherigen politischen Orte unterstützt sollte, sondern die Schaffung eigener mit sich zieht müsste um die Dominanz einer Leitkultur zu brechen.

Jetzt könnte entgegnet werden, dass dies eine utopische Forderung sei. Man könnte aber auch sagen, dass es um eine beängstigende Forderung handelt. Was aber ist Angst? Angst mangelt es im Gegensatz zu Furcht am Objekt. Deshalb lähmt Angst, da sie am klaren Sehen hindert. Handlungen aus Angst heraus werden zu Pseudo-Handlungen. Das Subjekt muss denken, um sich die Objektlosigkeit zu vergegenwärtigen und somit zu entängstigen. Somit werden neue Koordinaten der Orientierung geboren. Die Idee des Kulturkreises muss überdacht werden, da ein Kreis immer etwas abgeschlossenes ist.

Wir sollten uns und andere anfangen als Menschen zu begreifen. Nicht als den oder die Andere.

 

Artikel von Can Gezer

Unworte

In Lexikon der Gewaltsätze on September 24, 2012 at 2:39 pm

Das Lexikon der Gewaltsätze wird ständig aktualisiert und ist auf Interaktion angewiesen. Jeder kann Sätze für das Lexikon einreichen, die uns im Alltag begegnen und die darauf abzielen, einen Menschen zu diskriminieren. Alle Anfeindungen und Ideen bitte an gewalltag@web.de.

Luxusprobleme

Ein Problem ist ein Problem ist ein Problem ist ein Problem … Wer ein Problem hat, fühlt dessen Konsequenzen. Man fühlt sich schlecht, unvollkommen, nicht richtig, unwohl, einfach falsch. Es gibt größere und kleinere Probleme, sie miteinander zu vergleichen, ist aber grundsätzlich ein Fehler. Man darf Menschen genau so wenig kategorisieren wie ihre Probleme. Ein Problem wird weder durch die Anwesenheit größerer Probleme zu einem kleineren Problem, noch wird es dadurch weniger schwer tragbar für die betreffende Person. Jedes Leid ist zunächst einmal ernst zu nehmen. Ein Luxusproblem gibt es nicht. Es gibt höchstens Probleme, die sich lechter lösen lassen als andere.

Man wird ja wohl mal sagen dürfen …

– Ein Satz, der so beginnt, endet in der Regel nicht gut. Denn wer ihn ausspricht, der ist meistens über irgendetwas aufgebracht und er will öffentlich ein Urteil fällen. „Man wird ja wohl mal sagen dürfen, dass die Kollegin Schneider immer so lahmarschig kassiert. An ihrer Kasse ist immer eine Schlange.“ „Man wird ja wohl mal sagen dürfen, dass Hartz – IV – Empfänger faul sind.“ „Man wird ja wohl mal sagen dürfen, dass Homosexualität pervers ist.“ Es gibt einen guten Grund, warum der Sprecher seinem Urteil diese Polemik voranschieben muss: Weil er nämlich ganz genau weiß, dass man diese Sachen eben nicht sagen darf.

Hipster

Keiner will einer sein, aber jeder bezeichnet allzugern den anderen als solchen. Eine Klassifizierung, die ich für mich selbst ablehne, kann ich niemals guten Gewissens gegen einen anderen erheben.

Der Gutmensch/ das Gutmenschentum 

Der Gutmensch: “Im Januar 2012 erhielt das Wort als Unwort des Jahres 2011 in Deutschland den 2. Platz. In der Begründung gab die Jury an, mit dem Wort werde „insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren“ und kritisierte die aus ihrer Sicht 2011 einflussreich gewordene Funktion des Wortes als „Kampfbegriff gegen Andersdenkende“.” (Quelle Wikipedia)
Dieses Wort stellt Gewalt dar. Es soll den Diskussionsgegner verletzen und seine Argumentation schmähen, da diese von einem als naiv/verklärt verurteilten Weltbild ausgeht. Ein Diskutierender der einen anderen Diskussionsgegner als solchen bezeichnet, eröffnet damit eine Kategorie, die ihn verletzen und angreifen soll.

Die Moralkeule

Die Moralkeule folgt dem selben Prinzip wie der Begriff des Gutmenschentums. „Jetzt kommt wieder die Moralkeule/Rassismuskeule/Nazikeule … “ heißt es in der Polemik derer, die damit versuchen die Argumente des anderen als verklärt zu verurteilen. Man erklärt offiziell, dass Moral eine Schwäche wäre. Eine gefährliche Utopie.

soziale Netzwerke  im Zusammenhang mit facebook, xing und Co.

„(…) und dann sehe ich, wie die da kommunizieren und reden und schwallen und wie die da ihren Müll rausschleudern in dieses Netz, in dieses soziale Netzwerk, das begrifflich gestohlen ist aus einer Zeit, in der damit noch das Auffangen gemeint war, das Auffangen von Menschen wie mir, in einer Gesellschaft, in der Menschen wie ich nicht mehr klarkommen und verrecken in den Betten, in denen sie ihren scheiß Laptop öffnen und NICHTS ZU SAGEN HABEN AUßER: HILFE! (…)“
(Die Hauptfigur Ida Schaumann aus Kathrin Weßlings Roman Drüberleben, erschienen 2012 im Goldmannverlag)

„Wer in Deutschland leben will, der muss sich auch anpassen.“

Wo immer man auf diese Parole trifft, verfängt man sich in Widersprüchen. Was genau ist es, woran man sich anzupassen hat in diesem Land? Der Einbürgerungstest (bestehend aus 300 Fragen) kann einen schnell eines besseren belehren, wenn man glaubt, man selbst hätte unter dieser Grundlage das Recht auf die deutsche Staatsbürgerschaft. Wer diesen Satz in den Mund nimmt, geht damit blind davon aus, selbst absolut in diese Gesellschaft integriert  zu sein. Ich als gebildete Deutsche die äusserlich jedem rassentheoretischen Kriterium genügen würde, kann beim Selbsttest im Internet nicht die deutsche Staatsbürgerschaft erlangen. Was also sind diese Gesetze, denen man sich anpassen soll? Was der kulturelle Leitfaden? Was für eine Kultur kann das überhaupt sein, die sich der Fremde vorbehaltslos überstülpen soll? Diese immer wieder erwähnte Anpassung meint in Wahrheit eine Assimilation. In Wahrheit sollte die Welt so grenzenlos sein wie der globalisierte Kapitalismus. Jeder soll überall so leben dürfen, dass es ihn persönlich glücklich macht, wenn er damit nicht in die Freiheit eines anderen eingreift, sein Leben ebenfalls nach dieser Maxime zu gestalten. In Wahrheit sollte das einzige Gesetz, an das alle Menschen – gleich welcher Herkunft oder Ethnie – appellieren, eine auf der Grundlage des Humanismus beruhende Moral sein.

„Die Ordnung und Regelmäßigkeit an den Erscheinungen, die wir Natur nennen, bringen wir selbst hinein, und würden sie auch nicht darin finden können, hätten wir sie nicht, oder die Natur unseres Gemüts ursprünglich hineingelegt.“

– Immanuel Kant: AA IV, 92

Es gibt in Wahrheit keine Gesetze auf die wir uns einigen könnten. Die deutsche Verfassung ist eine temporäre Einrichtung, die nur bis zu dem tage besteht, bis das Volk eine eigene verabschiedet.

Artikel 146 der deutschen Verfassung:

„Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“

„…nichts!“ 

Wer kennt das nicht? Erst nuschelt sich jemand etwas in den Bart – offenbar eine Beleidigung – auf Nachfragen, was derjenige gesagt habe folgt ein „Nichts.“ Besser wäre es gewesen. Aber erst etwas sagen und dazu dann nicht stehen wollen, ist eine der feigsten Formen von Gewalt.

„Das ist falsch!“

Was Du sagst, was Du denkst, was Du schreibst … das ist FALSCH. Ich bin in der Position das zu beurteilen. Wenn ich über die Richtigkeit einer Meinung urteile, stelle ich einen Wahrheitsanspruch. Wahrheiten gibt es nicht (siehe Ich bin ein Rassist, Absatz 2). Sollte ich nicht zufällig derjenige sein, der das Universum geschaffen hat, halte ich mich mit den Beurteilungen anderer Ideen besser zurück. „Du liegst falsch!“ ist keine Kritik, sondern eine Anmaßung.

Ich bin kein Rassist, aber … 

Das Aber warnt zur Aufmerksamkeit. Na, was kommt jetzt?! Kein Rassist, aber was denn dann? Wie „Man wird jawohl mal sagen dürfen“ impliziert auch dieser Satz das Wissen des Sprechers darüber, wie verkehrt das nach geltenden Werten klingen muss, was er nun zu verkünden hat. Hinzu kommt, dass die wenigsten Menschen wissen, was Rassismus überhaupt ist. Siehe Ich bin ein Rassist

… und woher kommst Du???

Ein Name, dessen Klang uns nicht vertraut ist, eine Hautfarbe, die Struktur der Haare oder oder. Wann immer uns etwas an einem anderen Menschen fremd erscheint, lassen wir uns schnell zu diesen Fragen verlocken: Wo kommst du denn her? Oder: Und was bedeutet dieser Name? Kaum ein Deutscher kennt die Bedeutung seines Namens, verlangt dies aber immer wieder von allen anderen Nationalitäten. Wenn ich den anderen frage, woher er kommt, versuche ich ihn einzuordnen. Sagt mir eine blonde Frau, dass sie Nadine Müller heißt, frage ich sie nicht, ob sie aus Castrop-Rauxel, München oder Saarbrücken kommt. Einen Can oder eine Frau mit dunkler Haut frage ich so etwas, um auf die Unterschiede zwischen uns hinzuweisen. Die wenigsten sind sich dessen bewusst, aber wenn man diese Menschen fragt, sagen sie, dass es sie verletzt und vor allem nervt, immer wieder danach gefragt zu werden.

Die Vice veröffentlicht private Fotos, um damit einen Dieb zu diffamieren

In Netzschau on September 24, 2012 at 1:59 pm

Die Vice, die immer wieder gerne auffällt durch menschenfeindliche Artikel, hat vor fünf Stunden erneut die journalistische Ethik verletzt, indem sie die Bilder veröffentlicht, die der Dieb eines Handys damit geschossen hat. „Damit sind wir dann wohl quitt, Du Arsch!„, urteilt der Autor des Artikels.

Ich bin ein Rassist.

In Gewalt in Kommunikation on September 24, 2012 at 12:44 pm

english version below …
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Die aktuelle Debatte um das Buch des Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) „Neukölln ist überall“, fördert erneut einen Gedankenfehler zu Tage, dem offenbar viele Bürger aufsitzen. Die einen sind empört und bezeichnen das Buch als rassistisch, woraufhin aus einer anderen Ecke laut die immer wieder selbe Polemik erklingt: „Wann immer mal einer die Wahrheit ausspricht, schwingen die Gutmenschen gleich wieder die Rassistenkeule.“ und treffen damit gleich drei zweifelhafte Aussagen in einem einzigen Satz.

1. Die Wahrheit: Wahrheit ist ein Wort, über das sich die Gelehrten seit Jahrtausenden streiten. Wahrheit, das wissen die Akademiker, die Dichter und die Philosophen, ist nicht auszumachen. Das was Otto Normal die Wahrheit nennt, ist in der Regel seine eigene Empirie oder entspricht seinen persönlichen Vorurteilen. Sie ist etwas sehr persönliches und jeder hat seine eigene. Der Anspruch auf Wahrheit ist per se fundamentalistisch. Da wir uns einig sein müssen, dass meine eigenen Erfahrungen die eines anderen nicht ändern können. Es gibt selbstverständlich Menschen, die sich eingeschüchtert fühlen durch kriminelle Immigranten, aber diese persönlich erlebte Erfahrung als eine Wahrheit hinzustellen wäre vermessen und ginge von einem höchst egozentriertem Weltbild aus. Gerade in Hinsicht auf eine pauschal verurteilte Gruppe von über einer Millionen Menschen kann ein sogenannter Wahrheitsanspruch niemals geltend gemacht werden. Wer also in einer so kontroversen und komplexen Debatte wie der Immigrationsdebatte das Wort „Wahrheit“ benutzt, dessen Argument kann schon an dieser Stelle nicht mehr weiterführend in der Sache dienen. Auf Grundlage einer Wahrheit würde man im Namen der Menschheit niemals zu einer Einigung finden. Nichts anderes als eine Einigung kann aber das Ziel sein, da wir die Gewalt verbannen wollen aus unseren Leben. Wer mit dem Anspruch auf Wahrheit gegen den Wahrheitsanspruch eines anderen Fundamentalisten vorgeht, landet somit schnell in einem Glaubenskrieg, der keinem der Beteiligten und schon gar nicht der Gesellschaft weiterhelfen kann. Was wir suchen ist der kleinste gemeinsame Nenner, niemals die Wahrheit.

2. Der Gutmensch: „Im Januar 2012 erhielt das Wort als Unwort des Jahres 2011 in Deutschland den 2. Platz. In der Begründung gab die Jury an, mit dem Wort werde „insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren“ und kritisierte die aus ihrer Sicht 2011 einflussreich gewordene Funktion des Wortes als „Kampfbegriff gegen Andersdenkende“.“ (Quelle Wikipedia)
Dieses Wort stellt Gewalt dar. Es soll den Diskussionsgegner verletzen und seine Argumentation schmähen, da diese von einem als naiv/verklärt verurteilten Weltbild ausgeht. Ein Diskutierender der einen anderen Diskussionsgegner als solchen bezeichnet, eröffnet damit eine Kategorie, die ihn verletzen und angreifen soll. Und das ist dann auch schon das, wo wir nun als nächstes hinkommen: Das ist Rassismus.

3. Die Rassistenkeule:

Rassismus ist nicht – wie fälschlich immer wieder behauptet wird die reine Einteilung der Menschen in Rassen und der Glaube an die Rassentheorien. Rassismus ist so viel mehr. Seine Beginne liegen in der Rassentheorie, im Sklavenhandel und der Inquisition, doch inzwischen umfasst die Definition für Rassismus jegliches Kategorisieren und Klassifizieren von Menschen. Jemanden als Gutmenschen zu verurteilen, ist demnach schon Rassismus. Ich habe Ressentiments gegen einen anderen Menschen aufgrund seiner von mir behaupteten Einstellungen. (albert Memmi, Soziologe über Rassismus: „„Tatsächlich stützt sich die rassistische Anklage bald auf einen biologischen und bald auf einen kulturellen Unterschied. Einmal geht sie von der Biologie, dann wieder von der Kultur aus, um daran anschließend allgemeine Rückschlüsse auf die Gesamtheit der Persönlichkeit, des Lebens und der Gruppe des Beschuldigten zu ziehen. Manchmal ist das biologische Merkmal nur undeutlich ausgeprägt, oder es fehlt ganz. Kurz, wir stehen einem Mechanismus gegenüber, der unendlich mannigfaltiger, komplexer und unglücklicherweise auch stärker verbreitet ist, als der Begriff Rassismus im engen Wortsinne vermuten ließe.(…)“

Rassismus ist vor allem deswegen eine so große Bedrohung, weil sie allgegenwärtig ist und weil so viele vor ihr die Augen verschließen. Rassismus ist leider tatsächlich etwas sehr natürliches und ich behaupte: Jeder Mensch ist ein Rassist. Resultierend aus der Angst vor dem Fremden. Die Angst vor dem Fremden ist in jedem von uns. Darum funktioniert die Dunkelheit so gut in Geisterbahnen und Gruselfilmen, darum versetzen uns Thriller in Aufsehen, deshalb sagen einige Deutsche, dass es sie gruselt, den Muezzin vom Dach der Moschee rufen zu hören. Weil man nicht versteht, was der Fremde da ruft. Die Frau fürchtet sich vor Schritten eines Unbekannten im U-bahnschacht und unsere Kinder haben Angst vor dem Weihnachtsmann. Wir fürchten uns vor dem Fremden und können diese Furcht nur besiegen, indem wir sie mit positiven Erfahrungen überschreiben. Dazu müssen wir aber bereit sein, auf das Fremde zuzugehen. Bequemer ist es, sich gegen alles zu verschließen, das man nicht versteht, aber genau auf diesem Boden wächst das gegenseitige Misstrauen und vermehrt sich die Gewalt.

Auch ich treffe hin und wieder eine rassistische Aussage. Ich kann mich davon gar nicht frei machen. Im Laufe der Buschkowskydebatte habe ich auf facebook viele Menschen als bildungsfern bezeichnet. Auch das ist Rassismus und ich bin nicht stolz darauf. Der Rassismus ist da. Er schwebt immer über und in unseren Köpfen herum. Wir können ihn nicht besiegen, indem wir ihn verleugnen. Im Kleinen gibt es gegen das Übel oft keine bessere Lösung als das Abstrafen durch Ignoranz, aber in einem größeren Rahmen müssen wir uns die Mühe machen, die Problematik beim Namen zu nennen. Wenn ein Bankräuber eine Bank überfallen will und der Angestellt tut so, als würde er ihn nicht hören, wird der Räuber im Zweifelsfalle einige Menschen erschießen. Man kann tatsächliche Bedrohungen nicht ignorieren. Ja, ich werfe Heinz Buschkowsky vor, dass er sich in seinem Buch rassistisch äußert – und das tut er unzweifelhaft mit Passagen wie der Folgenden:

„Mit den Afrikanern ist noch mehr Brutalität, Drogen- und Alkoholmissbrauch eingezogen. Türkische und arabische Männer sitzen in den Cafés. Afrikanische Männer sitzen zuhause, sehen fern, spielen, telefonieren und trinken. Afrikaner lassen sich noch schwerer in die Karten schauen als die anderen Ethnien.“

Diese Aussage ist sogar nach der allgemeinen Auffassung Rassismus und es darf nicht sein, dass man denjenigen versucht den Mund zu verbieten, die darauf aufmerksam machen. Nein, wir wollen alle keine Rassisten sein und nein, kein denkender Mensch kann davon überzeugt sein, dass seine „Wahrheit“ mehr als die eines anderen wiegt, aber dennoch ist es auch nur allzu menschlich, der Eitelkeit zu verfallen, sich rassistisch zu gebaren. Es passiert täglich und es passiert jedem von uns. Es wäre an der Zeit, diese Tatsache anzuerkennen und sich somit auf einen gleichberechtigten Dialog einzustellen. Eine Debatte kann nicht geführt werden, wenn an ihrem untersten Rand die Menschheit sich aufhält mit dem ewigen Zerlegen des Wortes „Rassismus“. Erkennen wir ihn an, nehmen wir ihn als gegeben und versuchen wir, unsere Ängste zu besiegen. Es gibt keine Wahrheit, aber es gibt den Rassismus.

ein Artikel von Gutmensch und Rassistin Meike Büttner

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I am racist 

The actual debate about the new book of a Berlin Major Heinz Buschkowsky (SPD, Major of district Neukölln/Belrin) „Neukölln is everywhere“ again banks an old error in reasoning to the surface which obviously many people believe in.
Some are outraged and claim the book being racist. Others bring out the old fashioned sentence of: „Whenever someone in Germany speaks out the truth, the do-gooders swing the racist-cudgel“ which just shows up three doubtful ideas in just one sentence.

1st: The truth:

truth is a word the erudite are arguing on for a thousands of years. Truth, this is what the academics, authors, and philosophers know, is nothing to make up. What average Joe calls the truth, mainly arises from his own empiricism or has its source in his or hers personal prejudices. Truth is something personal  and claiming the truth is per se fundamentalistic. Because of the fact, that my personal experiences never can change those of another. There are people who feel daunted by criminal immigrants for certain, but characterizing those personal lived experiences as a certain truth, comes from a highly egocentric world view. Straight with regard to an across-the-board condemned group of millions of humans, a truth claim can never be asserted. An argument using the term of „truth“ can never be taken in a complex debate like the integration-debate. This argument just disqualifies itself. On the base of some truth you could never find consensus in the name of people. People never agree. But nothing like an agreement should bet his goal to all of our arguing, because we want to ban the violence out of our life. If one person with his/her own truth claim fights against someone with another truth claim, just lands into a religious war that won’t help any of the participants or even society. What we are searching for is the least common denominator, never the truth.

2. The Do-gooder:

In January 2012 the word “Gutmensch” was voted second place for the badword of the year 2011 in Germany. The jury justified this rating by explaining that this word would mainly be used in internet forums to determinate the ideal of the good human being in a derisive way. People claimed as “Gutmenschen” or “do-gooders” are condemned as greenly or unworldly. The jury criticized this word as a fighting word against dissidents.
Calling somebody a do-gooder often tries to hurt this person. And it leads us to the next point because categorizing people is: Racism.

3. The racistcudgel:

Racism is not – as many people think – classifying people into races or the belief in race theories. Racism is so much more. Its beginning lies in those race theories, in slave trade and the inquisition, but meanwhile the definition of racism comprises any categorizing or classifying of a human being. Claiming someone a do-gooder is therefore even racism. I have resentments against someone other because of all the things I assume someone just from his attitude, appearance or other details.

Socialist Albert Memmi about Racism:

“(…) In fact racist accusation bases on biological or cultural differences. Sometimes they come out from biology, other times from culture, just to draw conclusion to someones personality, his life and the whole group of people like this person. Sometimes the biological sign is completely lost in racistic cases. Short: We are facing a mechanism, much more diversified  which sadly even is brighter spreaded than the term of racist is. (…)

First of all, Racism is such a big danger because it is so much rampant today while so many people close their eyes to that. Racism in fact is something very natural and I assert: Every human is a racist! Resulting from his fear of the foreign. This fear is in everyone of us. That’s why the dark works so good in the haunted house and the horror movies, this is why thrillers alert us. It is the reason why some Germans might say, they’re scared from the Muezzin crying from the roof. Because you don’t understand what the stranger is jelling. Women are scared by steps in a parking house, Santa Clause give kids the creep, …

We are scared by the foreign and we just can fight this fear by affirming our experiences in a positive way. But that for we need to confront with those fears and take a step forward to those who scare us. Closing up against everyone is much more convenient, but this is exactly the fertile soil for mutual misunderstanding and it will accrete the violence.

I myself sometimes make a racist statement. I can’t absolve myself from that mistake. For example in this Buschkowsky-debate I named people “bildungsfern”, which is a political german term for people who raise in an environment without suitable education. Even this is racism and I am not proud of it. Racism is here. It’s everywhere. It is always floating above, around and inside our heads. We can’t defeat it, if we deny it. If a bank robber threatens an employee and this employee is doing like he wouldn’t hear the robber, this criminal may shoot some of the customers. You can’t ignore real danger. Yes, I accuse that Heinz Buschkowsky in his book remarks racist statements. He does it without a doubt in sentences like:

“With the Africans, much more brutality, drugs- and alcohol-abuse has moved in. Turkish and Arabic men are sitting at home, watching tv, are phoning and drinking. The Africans are even harder to look through then the other ethnics.” 

This is racism. Even following the common definition of racism and we need to claim that. No, nobody of us wants to be racist, and no, no human being can certainly be confident with the idea, that his “truth” weights more than the someone other’s, but nevertheless it is very human addicting to the vanity acting racist. It is happening everyday and to everyone of us. It is time to accept this fact and to agree to an equal dialogue. This debate will never begin if everybody is struggling about words like racism in the very beginning of this dialogue. Stop talking the topic to death with this fight of definitions. Don’t be in a snit if someone claims the “R”-word. Let’s accept the presence of this violence and try fighting our fears. Truth doesn’t exist, but racism does.

Article by Racist and Do-gooder Meike Büttner

 

repressionunddepression

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