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Stigma & Staatenlosigkeit – von der Angst vor den Roma

In Meinung, Staatsgewalt on Oktober 28, 2013 at 10:47 am

Sinti & Roma sehen sich derzeit einer massiven Verfolgung ausgesetzt. Europaweit rücken in den letzten Wochen Nachrichten über das Volk in die Medien. Meist ist sie negativ konnotiert. Letzte Woche fand die Berichterstattung ihren Höhepunkt. In unterschiedlichen Ländern wurden Kinder aus Roma-Lagern geholt. Der Vorwurf war, dass diese Kinder keine Roma sein könnten, da sie anders aussahen.
Inzwischen ist in zwei von drei Fällen durch einen DNA-Test bewiesen, dass das Kind von seinen leiblichen Eltern weggeholt wurde.
Noch einmal: ein Kind wird durch die Polizei von seinen Eltern getrennt, weil das Aussehen vermuten lässt, dass es nicht von ihnen sein könnte. Erst nach DNA-Untersuchung wird das Kind zurückgegeben. Das ist eine ausgewachsene Form des Rassismus und der Diskriminierung, die mich an die Verfolgung der Juden im Dritten Reich erinnert. Wie kann es so weit kommen?
Keine andere Gruppe sieht sich einer derart starken Stigmatisierung in Europa ausgesetzt. Warum ist das so? Ein Vorurteil lautet, dass Roma kriminell sind.  Ich würde hier die Frage stellen, ob das nicht normal ist, wenn in einigen Bundesländern Roma-Kinder nicht einmal das Recht haben eine Schule zu besuchen? In Deutschland leben 120000 Roma, von denen 50000 ohne Staatsbürgerschaft sind und demnach kein Recht auf Arbeit haben. Verwundert das wirklich, dass es dann zu kriminellen Verhalten kommt?
Aber ich vermute, dass noch etwas anderes mit hineinspielt. Die Roma sind ein fahrendes Volk, dass kein eigenes Land hat.
Eine Nation ohne Boden. Ihre reine Existenz ist eine Bedrohung für das Konzept der Staaten in denen wir mit den Roma leben. Wahrscheinlich sieht es ein Großteil der Menschen einfach als gegeben an, dass man Teil eines Volkes ist, das in einem bestimmten Land lebt.
Ein Volk ohne festes Land, ohne festen geographischen Raum, dem ja keine übergeordnet wichtige Rolle beigemessen wird, bedeutet, dass automatisch die Frage im Raum steht, ob die Art & Weise wie wir leben überhaupt richtig ist.
In einer Zeit in denen fast alle europäischen Länder mit Finanzkrisen zu kämpfen haben, die auf dem Rücken des Volkes ausgetragen werden entsteht eine Wut. Viele Bewegungen fordern eine Ende der internationalen Politik die Finanzmärkte über Menschen und deren Wohlergehen stellt. Der Aufkommende Rechtspopulismus ist eine Reaktion auf diese Situation. Komplexitätsreduzierung: Wir wollen wieder so leben wie früher, vor der Globalisierung und weniger Einwanderung, lauten die beiden Hauptargumente.
Wir können aber nicht mehr zurück. Der Schritt diese ungerechte Politik, nicht nur innerhalb der EU, zu überwinden ist mit ganz großer Unsicherheit verbunden, da ein großes Nichts vor uns liegt. Auf wen sollen wir uns den verlassen, wenn nicht auf unsere Demokratien? Das macht Angst. Diese Angst der Menschen wir inzwischen genutzt und in eine Richtung gelenkt. Z.B. in die der Roma. Anders kann ich mir das Entreissen der Kindern von ihren Eltern nicht erklären.

 

Ein Text von Can Gezer

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